Als August Bilstein 1873 im westfälischen Altenvoerde den Grundstein für die Innovationsschmiede BILSTEIN legte, ahnte niemand, welch entscheidenden Einfluss Produkte aus dem Hause BILSTEIN eines Tages auf den Fahrkomfort und die Fahrsicherheit des Automobils haben sollten. Stattdessen waren es Fensterbeschläge mit dem werbewirksamen Namen AUBI, abgeleitet von August Bilstein, durch die das Unternehmen schon bald weit über die heimische Region hinaus bis ins Ausland bekannt werden sollte.

Es folgte eine Reihe von technischen Innovationen, die durch Patenteinnahmen eine solide Grundlage für die späteren Erfolge des noch jungen Unternehmens bildeten. Um den hohen Qualitätsansprüchen bereits in der Vorstufe der Beschlagherstellung gerecht werden zu können, wurde 1919 ein eigenes Bandeisen-Walzwerk eingerichtet. Getreu dem Motto „Wer rastet, der rostet“ brachte Hans Bilstein, der die Unternehmensleitung von seinem Vater übernommen hatte, aus den in den 20er Jahren noch sehr fernen USA Anregungen für neue Verfahren der Vernickelung und Verchromung mit ins heimische Westfalen.

Der Einstieg in die Welt der Automobile: 1928—1954

Die Fahrt in Richtung Automobilzubehör-Industrie startete Hans Bilstein schließlich 1927 durch die Zusammenarbeit mit der Berliner Firma Levator-Hebezeug-Fabrik. Der Erfolg seiner Aktivitäten ließ nicht lange auf sich warten.

Bereits vier Jahre vor der Eröffnung der ersten Autobahn zwischen Köln und Bonn konnte BILSTEIN im Jahr 1928 die erste verchromte Stoßstange für die Auto-Serienproduktion liefern. Nur ein Jahr später begann die Firma mit der Produktion von Wagenhebern. Typisch für die Innovationsschmiede: Der Einstieg des Unternehmens in diesen Markt begann mit einem technischen Paukenschlag. BILSTEIN präsentiert der Welt, die sich langsam mit dem Automobil anfreundete, den ersten einsatzfähigen Seitenwagenheber. Doch die eigentliche Weltsensation sollte noch folgen. 

Vorsprung durch Kompetenz und Technologie: 1954—heute

1954 hatte man bei BILSTEIN als Erstes erkannt, welche Möglichkeiten in einer Idee des französischen Schwingungsforschers Prof. Bourcier de Carbon steckten. Es galt, die physikalisch bedingten Nachteile der herkömmlichen Teleskopstoßdämpfer auszuschalten, den Dämpfer leichter und in jeder Lage einbaubar zu machen.

Mit immensem Entwicklungsaufwand und erheblichen Investitionen in entsprechende Fertigungsanlagen wurde das hochgesteckte Ziel angegangen. Es hat sich gelohnt. Die Einführung des ersten Einrohr-Gasdruck-Stoßdämpfers im Jahre 1957 in einem Serienfahrzeug der Mercedes-Benz AG durch den damaligen „Beschlag- und Wagenheber-Hersteller BILSTEIN“ gilt bis heute als wesentlicher Beitrag zur aktiven Fahrsicherheit.

Die Gasdrucktechnik hat sich inzwischen bei allen Arten von Teleskopstoßdämpfern durchgesetzt, die für den Einbau in hochwertige und leistungsstarke Automobile entwickelt werden. Jüngstes Highlight ist die Entwicklung des Luftfedermoduls, das BILSTEIN "just in sequence" an das Produktionsband der Mercedes-S-Klasse liefert.

Die Anforderungen der Kunden in der Automobil- und Tuningindustrie sowie das Engagement im Motorsport sind für BILSTEIN bis heute der Antrieb für Entwicklung und Innovation. Alle AMG-Mercedes in der DTM und mehr als die Hälfte aller Teams des 24h-Rennens auf dem Nürburgring gehen mit BILSTEIN an den Start.

Hightech in der Fahrwerktechnik, Fahrkomfort und Fahrsicherheit sind seit vielen Jahrzehnten eng mit dem Namen BILSTEIN verknüpft. Um diese Stellung in den nächsten Jahrzehnten weiter auszubauen, ist BILSTEIN seit 1988 ein Konzernunternehmen – und seit 2005 ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der ThyssenKrupp Technologies AG. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns erlaubt es, auch in Zunkunft mit Innovationen im klassischen BILSTEIN-Sinne zu begeistern.